Montag, 4. Februar 2008Der letzte Eintrag aus China
Nun ist es so weit - ich fliege zurück nach Deutschland und zwar heute. Laut Ticket startet der Flieger um 23:50 in Shanghai und landet in Frankfurt um 5:05.
Die letzten Tage habe ich noch einmal mit Reisen verbracht, es ging nach Xi'An (dort, wo die Tonkrieger-Armee des ersten Kaisers steht) und nach Guilin bzw. Yangshuo, wo es einfach wundervolle Landschaften gibt. Eine tolle Reise mit vielen neuen Eindrücken. Außerdem hatte ich so den Vorteil, um den vielen Schnee hier in China herum zu kommen (auch, wenn ich das noch nicht gewusst habe, als ich die Tickets bestellt habe). Das knappe halbe Jahr hier war auf jeden Fall eine tolle Zeit - ich kann es also nur jedem empfehlen, sich einfach irgendwann mal auf den Weg in die Ferne zu machen Allerdings gibt es noch eine Menge zu erzählen, so dass wohl auch in den nächsten Wochen noch der ein oder andere Eintrag erscheinen wird, zusammen mit ein paar schönen Fotos. Viele Grüße aus China und auf Wiedersehen in Deutschland!
Geschrieben von Tobias Müller
um
01:52
Freitag, 18. Januar 2008Sonne und Meer
Nun, eine Sache gibt es vielleicht noch zu Qingdao zu sagen - es liegt am Meer. Ich weiß, dass habe ich vorher schon einmal geschrieben, aber ich wiederhole mich hier aus einem bestimmten Grund: am Meer gibt es schöne Sonnenuntergänge. Also will ich euch das auch nicht vorenthalten:
![]() Sonnenuntergang die erste ![]() Sonnenuntergang die zweite Das einzige Problem ist - die Sonne geht in die "falsche" Richtung unter Nachträge
So, ich habe noch zwei Nachträge zu machen. Da wäre zum einen ein Foto von den Wasserasseln, die ich bei der Familie meiner Freundin gegessen habe. Nun, hier ist es:
![]() Da leben sie noch... Ja, dann wäre da noch diese Schauspielerin, mit der ich da ein Foto gemacht habe. Nun, inzwischen weiß ich auch ihren Namen - sie heißt Huang Sheng Yi. Ok, ich gebe zu, der Informationsgehalt für den durchschnittlichen Europäer ist jetzt nicht so groß - bei uns kennt die eh keiner...
Geschrieben von Tobias Müller
um
20:22
Mittwoch, 16. Januar 2008Feueralarm
Neuerdings hat dieses Wohnheim echt ein Problem - mindestens zwei bis drei Mal pro Tag gibt es Feueralarm und das jetzt schon seit einer knappen Woche. Keine Ahnung warum dem so ist, mir ist nur aufgefallen, dass der Beginn mit einem ziemlichen Temperatursturz zusammen gefallen ist. Es kann also sein, dass seit dem einfach alle die Klimaanlagen (ja, ich meine wirklich Klimaanlagen - Heizungen gibt es nicht, also muss man halt damit heizen) voll aufgedreht sind und die Rauchmelder in den Zimmern liegen je nach Bauart genau genau im Luftstrom
Die ersten paar Male bin ich ja noch gucken gegangen, was los ist, aber das wird dann doch auch irgendwann zu doof. Inzwischen habe ich daraus paar Sachen gelernt: 1) Ich will nicht hier sein, wenn wirklich ein Feuer ist - es würde nämlich einfach keiner den Alarm für Ernst nehmen. 2) Klimaanlage und Wärmesensor scheinen sich nicht zu vertragen. 3) Inzwischen weiß ich wo der Aus-Knopf für das nervige Klingeln ist Am TV-Set
Ach ja, dann gab es noch die Jugendherberge, in dem wir geschlafen haben. Und zwar wurden wir bei unserer Ankunft gefragt, ob wir etwas dagegen hätten, dass auch ein paar Schauspieler da seien. Nö, hatten wir natürlich nicht, warum auch. Aber hätten wir das vorher gewusst - die meinten nicht etwa, dass die da schlafen, nein die haben da eine Fernsehserie gedreht. Also wurde das ganze Gebäude in ein riesiges Filmset umgebaut und unser Zimmer und ein anderes waren überhaupt noch für normale Gäste zu gebrauchen. Der Rest war diversen Sets gewichen. So gab es das Schlafzimmer der Eltern, der Tochter, das Wohnzimmer usw. Außerdem musste man immer aufpassen, wenn man durch die Flure ging, nicht über Kabel zu stolpern und von Zeit zu Zeit musste dann noch absolute Ruhe herrschen - Aufnahme.
![]() Hier Schläft die Tochter der Familie - laut Drehbuch Als gerade eine Szene gedreht wurde, habe ich mich dann aus unserem Zimmer geschlichen, um ein Foto zu machen. Ist mir auch gelungen, aber ich glaube, dass man zwei leise Schritte und dann ein leichtes "Knarr" vor mir hören könnte. Solltet ihr also diese Szene sehen und dazu im Hintergrund das gerade beschriebene hören - ihr wisst, wer es ist: ![]() Und Action Nun bringt es eine gute laufende TV-Serie mit sich, dass die Schauspieler mit der Zeit auch durchaus auch bekannter werden, wie auch in diesem Fall. Allerdings habe ich da als Europäer gewisse Nachteile - ich gucke keine chinesischen TV-Serien geschweige denn, dass ich wüsste, wer von den Schauspielerin nun wie bekannt ist. Aber gut, so habe ich also mein Glück probiert und einfach mal meine Freundin gefragt, wer denn so bekannt sei. Und zufälliger Weise standen wir in dem Moment gerade ca. fünf Meter von dem Sofa entfernt, auf dem nach Aussage von Wei die bekannteste Schauspielerin des Sets saß. Gut dachte ich mir, verlieren kannst Du nichts und bin einfach mal hingegangen und habe nach einem Foto gefragt. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen: ![]() Ja ich weiß, ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. Nebenbei: die spielt die Tochter der Familie Allerdings hatte die Sache noch ein Nachspiel: meine Freundin war beleidigt. Warum? Naja, direkt danach musste die Schauspielerin wieder ans Set und Wei hat kein Foto mit ihr bekommen, obwohl sie eigentlich auch gerne eins gehabt hätte (insbesondere, da sie wusste wer diese Schauspielerin ist!). Qingdao oder wie isst man Seeigel?
Nun, nachdem wir ein paar Tage in Weifang waren ging es weiter nach Qingdao. Kurz vorweg für alle, die nicht wissen, was es mit Qingdao auf sich hat: das ist die das Zentrum der ehemaligen deutschen Kolonie in China und hieß damals noch Kitschau. Nach dem ersten Weltkrieg (der bekannter Maßen für Deutschland nicht sooo toll verlief), wurde Deutschland die Kolonie weg genommen und statt dessen den Japanern zugeschlagen, was allgemein von chinesischen Aufständen begleitet wurde. Ob das daran lag, dass die Deutschen so beliebt oder die Japaner so unbeliebt waren, will ich jetzt nicht beurteilen, aber ich tippe doch stark auf zweiteres.
Allerdings haben die Deutschen wesentlich stärkere Spuren hinterlassen als die Japaner und so sind immer noch in vielen Stadtteilen deutsche Häuser und rote Satteldächer zu finden und man soll es kaum glauben - es ist sauber. Wobei sich natürlich auch hier die vielen gesichtslosen Hochhäuser der meisten chinesischen Großstädte wiederfinden, aber immerhin, es gibt auch das andere. Von Weifang nach Qingdao sind wir mit einem der vielen chinesischen Überlandbusse gefahren. Eigentlich wollten wir ja nur den Bus bis zum Bahnhof haben aber dann stand da einfach einer rum, der direkt nach Qingdao fuhr - warum also nicht. Nun muss man wissen, dass Wei in Qingdao für ungefähr zwei Jahre studiert hat, was dazu führt, dass sie jede Menge Leute dort kennt. Somit stand ein ziemliches Besuchsprogramm an, dass ich natürlich auch brav mitgemacht habe. Der Vorteil war aber auch, dass wir jeden Abend in einem anderen Restaurant waren und irgendwas leckeres gegessen haben. Der Höhepunkt, was das angeht, war sicher das Essen in einem der Qingdaoer Sea-Food-Restaurants. Neben dem üblichen wie Fisch und Muscheln hatten wir da auch zwei sehr interessante Sachen: 1) Eine Schnecke, aber fragt nicht wie groß - schauts euch lieber auf dem Bild an ![]() Von denen ganz links haben wir eine gegessen - geschätzte Größe: 20cm 2) Seeigel, gekocht oder was auch immer. Haben sogar gar nicht so schlecht geschmeckt, fast ein wenig nach Ei. Naja, das kommt davon, wenn das Chinesisch zu schlecht ist und man daher andere für sich aussuchen lässt. ![]() Harte Schale - weicher Kern! PS: Man isst sie übrigens einfach mit einem kleinen Löffel von der Größe eines Eierlöffels. Aufknacken muss man sie auch nicht mehr selber, das macht der Koch für einen! Sonntag, 13. Januar 2008Schnee
Kennt ihr das?
![]() Bei uns direkt an der Uni, die Fahrradständer Genau, das ist Schnee - und was ist so besonders daran? Dass er hier in Nanjing liegt, heute Nacht hat es nämlich geschneit. Zum Vergleich: Wir liegen hier ungefähr auf der geografischen Höhe von Alexandria und sogar etwas südlich von Baghdad oder Tehran Freitag, 11. Januar 2008Meine Freundin, ihre Eltern und ich
Nein, ganz so schlimm wie in der Film mit Ben Stiller war es nun nicht, wir sind sogar sehr gut miteinander klar gekommen
Wie ich ja schon geschrieben hatte, ist meine Freundin am 10. November hier nach China gekommen und hat mich besucht (inzwischen ist sie aber schon wieder zu Hause in Deutschland Dafür wurde ich dann gleich von Weis Tante mit lokalen Spezialitäten Dann gab es da noch eine Sache, mit der ich mich nicht so recht anfreunden konnte - Käferlarven, etwa in der Größe vom Maikäfernachwuchs... mich würde es nicht wundern, wenn es sogar Maikäferlarven waren. Wie dem auch sei, alle Anwesenden haben mir bestätigt, dass das wirklich sehr gut sei, aber neee, ich habe diese dann ausgelassen. Ich beruhige mich mit dem Gedanken, dass viele Chinesen auch keinen Käse essen, weil das nichts anderes ist, als fermentierte (und bei einigen Sorten sogar verschimmelte) Milch. ![]() Und das sind die besagten Larven Ach ja, ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass die Tiere natürlich noch gekrabbelt bzw. geschwommen sind, als ich angekommen bin... Zu Weifang, der Stadt aus der Wei kommt und in der ihre Familie wohnt, kann man eher weniger sagen. Eigentlich ist die eine Zusammenfassung von einer ganzen Reihe an mittelgroßen Städten zu einer großen Stadt. Alles in allem eher eine etwas langweiligere Stadt und man merkt, dass ihr ein gewachsener Kern fehlt, wie er sonst auch in kleineren europäischen Städten vorhanden ist. Bekannt ist die Stadt in China dafür, dass aus ihr in den Sommermonaten große Mengen an Gemüse kommen und es einmal im Jahr ein großes Drachenfest gibt. Neuerdings haben sie auch einen großen Park, der wirklich sehr hübsch ist, wobei aber immer noch kräftig gebaut wird. Und - was ich natürlich als Deutscher sofort gesehen habe - gute Straßen haben sie dort. Breit, absolut glatt asphaltiert und wo immer möglich schnurrgerade, der ADAC hätte seine Freude daran.
![]() Ein Blick über den neuen Park in Weifang. Dieser Zieht sich an beiden Seiten eines Flusses entlang, der durch die Stadt fließt. Nach ein paar Tagen in Weifang ging es dann weiter nach Qingdao - die Geschichte gibt es dann im nächsten Eintrag! Montag, 7. Januar 2008Besuch, die zweite
Meine Freundin war nicht lange weg, da kam auch schon gleich der nächste Besuch hier in China vorbei: meine Familie landete am 22. Dezember in Shanghai. Also wieder der gleiche Weg zum Flughafen, in Nanjing in den Zug, in Shanghai mit der U-Bahn zum Transrapid und dann mit dem Transrapid zum Flughafen. Und dann musste ich warten – der Flieger hatte Verspätung, weil es in Deutschland wohl Probleme mit Schnee bzw. Eis gab. Hätte ich das vorher gewusste, hätte ich ausgeschlafen
In Nanjing haben wir dann Weihnachten verbracht und uns hier die bekannten Sehenswürdigkeiten angeschaut. Bald kenne ich sie alle Nach Nanjing ging es dann nach Suzhou (ja – auch da war ich schon mal vorher), insbesondere deshalb, weil Suzhou für Seide und Perlen bekannt ist und sowohl meine Mutter als auch meine beiden Schwestern dabei waren. Nach Suzhou waren wir dann in Shanghai. Hier hatten wir mit unserem Hotel Glück – zentral gelegen und von der Bar auf dem Dach hatte man eine komplette Aussicht, sowohl über Pudong (das ist da, wo die ganzen neuen Hochhäuser stehen) als auch über Puxi mit dem Bund (der alte Teil von Shanghai) sehen konnte – besonders bei Nacht eine tolle Aussicht. Am 30. Abends saßen wir auch dort oben und konnten sehen, wie Silvester auf dem Fernsehturm (dem Oriental Pearl Tower) geprobt wurde. Immer wieder wurde „9“ „8“ ... „2“ „1“ „Happy New Year“ eingeblendet, mal mit einer leicht veränderten Ziffer, dann mit etwas anderen Buchstaben. War schon lustig anzusehen. Am 31. sind wir dann nach Peking geflogen, wo es fürchterlich wehte und auch noch ziemlich kalt war. Das mit dem Wehen haben wir gleich im Landeanflug gemerkt – das Flugzeug wurde ziemlich durchgeschüttelt und wir musste einmal durchstarten und einen zweiten Landeanflug machen. In Peking hatten wir das Glück, dass dort eine Freundin von meiner Freundin wohnte, die uns dann durch die Stadt geführt hat. Wir das Programm gemacht, dass wohl viele Touristen machen, wie die Verbotene Stadt, den Beihai-Park, Peking-Ente essen oder halt (wie sollte es anders sein) die große Mauer. Aber zwischendurch hatte es halt einfach Vorteile mit Chinesen unterwegs zu sein, da diese einfach mehr wissen als wir Touristen. Ach ja, dann war ja zwischendurch auch noch Silvester – was soll ich sagen, in Shanghai waren wohl große Parties, aber in Peking, nichts davon zu spüren. Es gab ja nicht einmal ein Feuerwerk oder so etwas. Aber das chinesische Neujahr beginnt ja auch erst am 8. Februar, weil die halt einen etwas anderen Kalender haben als wird. Am 4. Januar ging es dann für uns alle zurück – meine Familie ist wieder zurück in Deutschland und ich verbringe wieder meine Zeit in Nanjing. Im Laufe der nächsten Tage werde dann mal einzelne Erlebnisse genauer aufschreiben und auch mal ein paar Fotos hochladen – wie gesagt, ich werde mich bessern Sonntag, 6. Januar 2008Besuch, die erste
So, es wird Zeit über die vergangenen nun schon fast zwei Monate zu berichten und was ich in der Zeit so angestellt habe.
Es fing damit an, dass meine Freundin am 10.11. von Deutschland hier nach China gekommen ist. Schon komisch, da meine Freundin eine in Deutschland lebende Chinesen ist und nun ihren Freund in China besucht Kurz nach dem sie hier in Nanjing angekommen war, sind wir zu ihren Eltern nach Weifang gefahren, einer mittelgroßen chinesischen Stadt in der Nähe von Qingdao (das ist das Zentrum der ehemaligen deutschen Kolonie). Gewohnt haben wir allerdings während der Zeit bei ihrem Onkel und ihrer Tante, da die Eltern gerade eine neue Wohnung bekommen, die allerdings noch nicht ganz fertig ist, während die alte aber schon einer großräumigen Umgestaltung der Stadt zum Opfer gefallen ist. Somit müssen sie eine kurze Zeit in einer Übergangswohnung wohnen, die jedoch nicht groß genug ist, als dass wir beide da auch noch rein gepasst hätten. Der Besuch ist sehr gut gelaufen - ich wurde mit Essen voll gestopft (wenn ich dann irgendwann einfach nicht mehr konnte und noch mehr Essen dankend ablehnen musste, kam der Kommentar: "Essen die bei euch in Deutschland alle so wenig?" - Ja nee, ist klar) und bin auch sonst mit allen sehr gut klargekommen. Nur an der Sprache hapert es manchmal noch Nach Weifang ging es weiter nach Qingdao, der wie schon gesagt, ehemaligen deutschen Kolonie. Sieht sogar noch entsprechend deutsch aus, zumindest in einigen Teilen. Allerdings wurde und wird auch dort (wie so ziemlich überall in China) sehr viel mit Hochhäusern zugepflastert und über die Wohnviertel muss man in China erst gar nicht reden. Die neueren sehen jetzt zum Glück teilweise schon besser aus und werden meiner Einschätzung nach dank besserer Substanz auch besser bleiben. Aber zurück zum Thema: in Qingdao haben wir viele Freunde von Wei (=meine Freundin) getroffen, da sie dort studiert hat und viele Kommilitonen dort geblieben oder in relativ nahe Städte gezogen sind. Auch das Meer war sehr schön, nur zum Baden war es unwesentlich zu kalt – man fror schon, wenn man Abends in dicker Jacke über den Strand ging. Nach ein paar Tagen in Qingdao ging es für Wei zurück zu ihrer Familie, während ich den Flieger nach Shanghai genommen habe, weil gerade eine Freundin (man beachte eine Freundin, nicht meine - nicht, dass der Eindruck entsteht, ich habe zwei oder so) dort Station auf einer Reise durch China machte. Als ich schon da war, habe ich gleich die Chance genutzt mich noch mit ein paar Freunden zu treffen, die in Shanghai leben. Nach dem das "erledigt" war, ging es wieder mit dem Zug zurück nach Nanjing. Nach ein paar Tagen in Nanjing kam dann auch meine Freundin genau passend zu meinem Geburtstag aus Weifang auch wieder hierher Zu guter Letzt waren dann noch Suzhou und Hangzhou an der Reihe, zwei alte chinesische Städte, die schon Marco Polo bereist hat. Während Suzhou für seine Kanäle, die quer durch die Stadt verlaufen, und seine typisch weiß getünchten Häuser bekannt ist, ist in Hanghzhou der so genannte Xihu (Westsee) die Attraktion überhaupt. Beides sehr schöne Städte, wobei ich allerdings Hangzhou noch einen Tucken schöner finde Am 09.12. musste sie sich dann auch leider wieder in einen Flieger Richtung Deutschland setzen, Prüfungen an der Uni standen an. Es war aber auf jeden Fall schön, Besuch hier zu haben – und es war noch nicht der letzte Montag, 24. Dezember 2007Frohe Weihnachten
Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch. Entschuldigt bitte, dass ich in letzter Zeit nichts mehr geschrieben habe. Im neuen Jahr werde ich mich bessern und mir gleich mal einen Tag Zeit nehmen, ganz viel zu schreiben - weil eigentlich gibt es viel interessantes, ich müsste es nur einmal aufschreiben
Mittwoch, 14. November 2007Unterwegs
Am Samstag ist meine Freundin am Shanghaier Flughafen angekommen - mit ca. 450 Minuten (=7,5 Stunden) Verspätung. Ich hätte die Fluggesellschaft echt mal..., naja gut, spare ich mir das, das gibt sonst nur eine Anzeige wegen Beleidigung
Gerade sind wir bei ihren Verwandten in Weifang und es geht mir so weit gut - auch wenn mich alle so mit Essen vollstopfen, dass ich bald das Gefühl habe, dass ich nichts anderes mache als essen und schlafen. Bei einigem Essen musste ich allerdings dankend ablehnen, aber mehr dazu, wenn ich wieder zurück in Nanjing bin und Zeit zum Schreiben habe. Morgen geht es erst einmal nach Qingdao, der ehemaligen deutschen Kolonie - ich bin schon gespannt, wie es da aussieht. Ich werde auf jeden Fall ein paar Fotos machen und euch zukommen lassen! Montag, 5. November 2007Shanghai World Financial Center
Auf Wunsch habe ich jetzt noch mal zwei aktuelle Bilder des Shanghai World Financial Centers, des bald höchsten Bauwerks von China und wohl auch kurze Zeit höchsten Gebäudes (also ausgenommen Funktürme etc.) der Welt (was allerdings wohl nicht lange vorhalten wird), in den Blog gestellt.
Insgesamt wird es eine Gesamthöhe von 492 Metern erreichen und damit den benachbarten JinMao-Tower noch einmal um 71 Meter überragen (Frage am Rande: weiß jemand, ob es in der Paderborn überhaupt ein Gebäude gibt, dass 71 Meter hoch ist? Ich glaube, das dürfte nicht einmal der Dom schaffen). An sich tut es das jetzt schon, allerdings wird es noch nicht gezählt, weil die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Im Vergleich zum letzten Dezember, wo ich auch schon einmal in Shanghai war, hat sich schon eine Menge getan. Die Stahlkonstruktion hatte damals noch nicht ansatzweise die volle Höhe erreicht und auch die Fenster waren erst gerade bis knapp über die Stelle gesetzt, wo es anfängt zusammen zu laufen. Und hier die Bilder: Shanghai
Die letzten Tage war ich in Shanghai, das hier gleich in der Nähe von Nanjing liegt. Also für chinesische Verhältnisse in der Nähe - mit einem Schnellzug sind es immer noch 2,5 Stunden, die man fahren muss. Allerdings sind die Chinesen was den Fahrpreis angeht sehr fair: Schnellzug, erste Klasse (was aber eher der zweiten Klasse mit viel Platz in einem Deutschen IC entspricht) kostet für die Strecke umgerechnet nicht einmal 10€.
In Shanghai habe ich mich mit einem Bekannten getroffen, der an der Uni Paderborn arbeitet, an der ich studiere. Er hatte nämlich an der Konferenz dort teilgenommen und danach seinen Aufenthalt noch ein wenig verlängert, um sich noch ein wenig in der Stadt umzusehen. Den Tag haben wir mit viel Laufen verbracht. Zuerst waren da die Yuyuan-Gärten, ein nachgebauter, alter Chinesischer Garten zusammen mit einem alten Chinesischen Viertel, allerdings sehr auf touristisch gemacht. Es gibt also jede Menge Souvenier-Shops, Restaurants usw. Ich selber habe mir da auch (nach zähem Handeln von 15€ auf 4€) einen Siegelstempel mit meinem Namen auf chinesisch gekauft. Auch die Gärten an sich sind echt sehenswert. Also wenn ihr mal in Shanghai seit, schaut vorbei!
Dann waren wir noch im Shanghai-Museum, dass viele verschiedene Ausstellungen hat, gerade zu Chinesischer Geschichte. So lassen sich viele antike Stücke finden, genauso wie Trachten von Minderheiten, aber auch wechselnde Kunstausstellungen. So gibt es z.B. gerade eine Ausstellung zu spanischer Malerei in verschiedenen Jahrhunderten.
Natürlich waren wir auch in der Najing-Lu, der großen Einkaufsstraße in Shanghai mit hunderten bunter Lichter und Leuchtreklamen. Gerade bei Nacht wirkt das durchaus beeindruckend. Und natürlich der Bund, der alten Hauptstraße von Shanghai, die früher fast einmal soetwas wie die Wallstreet war. Sprach ich gerade von beeindruckend? Wenn man über den Fluss in Richtig der neuen Wolkenkratzer und Hochhäuser von Shanghai schaut, ist das noch eine Nummer größer... am besten sieht man es wohl selber: Dann habe ich micht noch mit Stephan getroffen, den ich auf dem Hinflug von Frankfurt nach Shanghai kennen gelernt hatte, da uns beiden im Flieger ein wenig langweilig war und wir so ins Gespräch gekommen sind. Zur Zeit studiert es Chinesisch in Shanghai. Mit ihm habe ich mir noch das alte Französische Viertel angesehen, dass Anfang des letztes Jahrhunderts von der Französischen Kolonialmacht erbaut wurde, und den Bund bei Nacht, allerdings diesmal von der anderen Seite aus. Hat auch was für sich Dann gibt es hier in Shanghai noch einen großen unterirdischen Markt bei dem es allerlei Sachen zu kaufen gibt, von (gefälschter) Kleidung über Souveniers bis hin zu Tee. Da es hier so langsam auch kalt wirde (und das geht jetzt schnell - vor kurzen konnte man hier noch im T-Shirt rumlaufen) habe ich mich dann auch gleich mit neuen Pullovern eingedeckt. Dabei muss man aufpassen - Handeln ist Pflicht!. Andernfalls wird man gründlich über den Tisch gezogen. Also als Faustregel kann man sagen, dass ein Preis, der höher als ein Viertel des Ausgangspreises ist, definitiv zu viel ist. Je nach Produkt geht es auch noch weiter nach unten, gerade bei Souveniers ist viel Platz nach unten. Ganz in der Nähe von diesem Markt liegt auch noch der Century-Park, ein sehr schöner Park, in dem es für chinesische Verhältnisse erstaunlich ruhig ist (sonst ist es fast überall laut - allerdings scheinen nur wir Westler das wirklich zu merken, da eine gewisse Lautstärke in der chinesischen Kultur verwurzelt ist.)
Als ich dann am letzten Abend den Rückweg nach Nanjing antreten wollte, gab es noch drei Schnellzüge und einen Bummelzug. Drei mal könnt ihr raten, von welchen drei Zügen die Tickets ausverkauft waren... naja, ich war dann irgendwann um drei Uhr nachts in meinem Zimmer. dafür war die Fahrt ganz interessant, weil sich alle möglichen Chinesen mit mir unterhalten wollten. Allerdings hatte ein Großteil einen sehr starken Shanghaier Akzent, so dass relativ viel einfach nicht verstanden habe. (So würde ich z.B. das chinesische Wort für Chinesisch "dschongwän" aussprechen, wäherend die es eher "tzongwehn" ausgesprochen haben.) Zum Glück gab es einen Mitreisenden, der Englisch konnte und mir dann immer an den wichtigen Stellen geholfen hat Ach ja, als ich dann im Wohnheim angekommen war, dürft ihr drei mal raten, was nicht aufgegangen ist... Aber zum Glück konnte ich diesmal jemanden finden, der mir weiterhelfen konnte und die Tür geöffnet hat. Montag, 29. Oktober 2007China und der Diesel
Wie sicher jeder weiß, ist China eine aufstrebende Wirtschaftsregion, die von Tag zu Tag mehr auf Rohstoffe wie Öl oder auch Kohle angewiesen ist. Gleichzeitig findet weiterhin eine ziemlich starke Steuerung seitens des Staates statt, wie sie in Europa gar nicht mehr vorstellbar wäre. So kann der chinesische Staat seine Vorstellungen von der Wirtschaft am ehesten umsetzen und die Rahmenbedingungen für dieses rasante Wachstum bieten. Zur Zeit finden gerade Maßnahmen gegen Inflation statt, weil befürchtet wird, dass diese sonst Teile des Wachstums einfach wieder auffressen würde. Um das umzusetzen, wurden unter anderem per Gesetz die Preise für Diesel und Benzin seit einiger Zeit eingefroren, während gleichzeitig die Welthandelspreise für Rohöl stark gestiegen sind. Das heißt für die Raffinerien, dass diese den Kraftstoff eigentlich nur mit Verlust verkaufen können, aber bevor sie das tun, wollen sie ihn lieber gar nicht verkaufen... die Folgen kann man sich vorstellen. So wurden in einigen Provinzen die Mengen an Kraftstoff, die getankt werden dürfen, rationiert, was auch wieder Probleme macht, da nun Speditionen darunter leiden.
Bei uns hier in Nanjing merkt man jedoch bisher wenig davon, der Verkehr vor meinem Fenster rollt wie eh und je (wobei ich auch nichts gegen eine autofreihe Nacht hätte - wäre sicher eine Ecke ruhiger!). Allerdings wird es jetzt natürlich spannend, wie die chinesische Regierung darauf reagieren wird.
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